Flashback in die 90er – mit Orlando Voorn

Orlando Voorn zählt zu den wichtigsten niederländischen Techno-Produzenten der frühen 90er und schlug früh eine Brücke zwischen Amsterdam und Detroit. Über Aliase wie Frequency, Fix oder Complex veröffentlichte er auf Labels wie Metroplex, KMS und Fragile und arbeitete mit Juan Atkins, Blake Baxter und weiteren Detroit-Pionieren zusammen. Zeit für einen neuen Flashback.

flashback to the 90s with orlando voorn
FAZEmag

Orlando Voorn zählt zu den wichtigsten niederländischen Techno-Produzenten der frühen 90er und schlug früh eine Brücke zwischen Amsterdam und Detroit. Über Aliase wie Frequency, Fix oder Complex veröffentlichte er auf Labels wie Metroplex, KMS und Fragile und arbeitete mit Juan Atkins, Blake Baxter und weiteren Detroit-Pionieren zusammen. Zeit für einen neuen Flashback. Eine Brücke zwischen Amsterdam und Detroit Dein Lieblingsjahrzehnt: Die 90er, weil ich damals begann, mich intensiver mit dem Produzieren zu beschäftigen. Elektronische Musik war noch nicht so übersättigt wie heute, und dieses euphorische Gefühl von Techno-Klassikern war unmittelbarer spürbar. Es gab mehr Bewunderung für Producer, die gute Arbeit leisteten – man wurde eher inspiriert als irritiert. Detroit war seit den frühen 90ern eine große Inspirationsquelle für mich. Mein Sound passte stilistisch gut dazu, wodurch ich leichter mit Künstlern von dort in Kontakt kam. Kollaborationen machten damals mehr Spaß, weil es um Skills ging – nicht um Geld. Dein Lieblingssong: Es gibt zu viele. Aber eine der wichtigsten Techno-Platten ist für mich definitiv „Strings Of Life“ von Derrick May. Das war ein Moment für sich – und ist es bis heute. Der schlechteste Song: Diese Trance-Platte, die Paul Oakenfold im Ministry of Sound gespielt hat und wegen der ich aus dem Laden gerannt bin. Ich hatte in meinem Leben noch nie so einen absoluten Mist gehört – und danach musste ich auch noch nach ihm auflegen. Den Titel des Tracks kenne ich nicht mehr, aber an den Moment erinnere ich mich definitiv. Das Label, das das Jahrzehnt für dich definiert hat: Metroplex, weil die Zusammenarbeit mit Juan Atkins meine Karriere auf einen deutlich spannenderen Weg gebracht hat. Schon lange vor den 90ern in Clubs Ein typischer Samstagabend? Damals habe ich die meiste Zeit eher Musik produziert, als sie zu spielen. Ich bin in Amsterdam aufgewachsen, und dort gab es immer etwas zu tun. Ich war ein früher Vogel, weil ich sehr groß war und schon lange vor den 90ern in Clubs kam. Bereits mit 13 hing ich bereits in Clubs ab, in die man eigentlich erst ab einem bestimmten Alter durfte. Eine Erinnerung, bei der es dich heute noch cringed? Langweilige A&R-Leute, die mir sagten, was zu tun ist. Sie sagten mir, ich müsse meinen Musikstil an das anpassen, was gerade populär war. Ich habe sie immer höflich vor die Tür gesetzt. Eine Erinnerung, die dich noch immer zum Lächeln bringt: Als ich damals den DJ-Contest im Flora Palace Club gewann. Ich war vielleicht 15 und eigentlich nur dort, um mir die Show anzusehen. Dann fragte mich einer der Teilnehmer, ob ich mitmachen wolle, und lieh mir ein paar Doubles. Die Jury bestand komplett aus Amerikanern und wählte mich zum Gewinner. Der Typ, der mir die Platten geliehen hatte, weinte nach dieser Verkündung. Leider war ich zu jung, um im Fernsehen auftreten zu dürfen, als nahmen sie stattdessen ihn für die TV-Ausstrahlung. Ein Mythos oder Gerücht von damals, an den du geglaubt hast: Ich dachte, wenn etwas glänzt, sei es Gold. Was ich damals noch nicht verstanden hatte: Nicht alles, was glänzt, ist auch für dich bestimmt. Aus Producersicht war es eine Herausforderung Dafür hast du das meiste Geld ausgegeben: Für Equipment und Platten. In dieser Ära brauchte man ein ordentliches Budget, denn vieles war teuer. Dein Guilty Pleasure: Weed und kurvige Frauen. Dein Lieblingsauto: Ein RAF. Das war früher besser: Es gab keinen Social-Media-Bullshit, Diggen hat mehr Spaß gemacht und auch der allgemeine Austausch mit anderen Menschen war besser. Und das war schlechter: Aus Producersicht war es eine Herausforderung und ein langsamer Prozess, Tracks zu produzieren. Außerdem war man gezwungen, deutlich teureres Equipment zu kaufen. Dein Lieblingsfilm: Back To The Future Deine Lieblingsserie: The Simpsons Wenn du einen Gegenstand aus diesem Jahrzehnt zurückholen könntest – welcher wäre es? Den Roland Jupiter-8. Ich hatte damals einen, den ich für 1300 Dollar gekauft und später für 2000 Dollar verkauft habe. Ein originaler Vintage Roland Jupiter-8 kostete 2025 auf dem Gebrauchtmarkt zwischen 20.000 und 35.000 Dollar. :::embed Orlando Voorn productions https://w.soundcloud.com/player/?visual=true&url=https%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Fusers%2F78470&show_artwork=true&maxheight=1000&maxwidth=1020

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